Will Smith hält nicht die Klappe
Donnerstag, 30. Juli 2009Our system’s broken and I…
I’ll never vote again
Über Umwege bin ich mit der Frage konfrontiert worden, ob das Fernbleiben bei einer Wahl eine gute Entscheidung sein kann. Die Behauptung, dass man mit einer Nichtwahl die extremen Parteien unterstütze, begegnet einem immer wieder. Heute jedoch bin ich auf folgende Aussage gestoßen:
Auch wenn immer gesagt wird, wer nicht wähle, wähle extrem – von der Nichtwahl profitieren alle Parteien proportional zu ihrem Stimmenanteil, also vor allem die großen Parteien CDU und SPD. Wenn beispielsweise ein SPD-Wähler einmal nicht wählt, dann profitiert davon am meisten die CDU.
Wahlrechtslexikon auf wahlrecht.de
Aha… Kann das denn sein? Um meine Verwirrung zu bekämpfen, habe ich ein einfaches Beispiel konstruiert. Bei einer Wahl mit zehn Wahlberechtigten werden folgende Stimmen abgegeben:
| Partei | Stimmen | Prozente |
| CDU | 4 | 40% |
| SPD | 4 | 40% |
| FDP | 1 | 10% |
| Grüne | 1 | 10% |
Wie verschiebt sich nun das Ergebnis, wenn ein potenzieller Wähler der SPD nicht wählen geht?
| Partei | Stimmen | Prozente |
| CDU | 4 | 44,4% |
| SPD | 3 | 33,3% |
| FDP | 1 | 11,1% |
| Grüne | 1 | 11,1% |
Es stimmt also: Die fehlende Stimme für die SPD ist allen anderen Parteien zugute gekommen, in diesem Beispiel aber ganz besonders der CDU, die ein vierfaches des Gewinns von FDP bzw. Grünen für sich verbuchen kann. Wer nicht wählen geht, unterstützt die großen Parteien.
Der Grund dafür liegt im deutschen Wahlrecht, nach dem sowohl eine Enthaltung als auch die Abgabe einer ungültigen Stimme keine direkte Auswirkung auf ein Wahlergebnis haben, da dieses basierend auf den abgegebenen gültigen Stimmen berechnet wird.
Man kann es somit auch hier mit Will Smiths Vater halten: “If you don’t vote, then you have to shut up.”
