The Right Tool for the Right Job

Hinweis: Dieser Beitrag sollte ursprünglich ein Kommentar zu Importweltmeister sein. Aufgrund seines Umfangs sorgt er aber nun an dieser Stelle für meinungslastige Abwechslung.

StudiVZ ist zwar eine vorsätzliche Kopie (wenn nicht teilweise sogar Raubkopie) von Facebook, welche sich aber nur auf die Oberfläche beschränkt. Ich möchte fast sagen: Zum Glück, denn so kann man dabei zusehen, wie sich Spreu von Weizen trennt. Über die Jahre ist von verschiedenen Seiten viel Geld in StudiVZ investiert worden, welches bisher allerdings kaum in die Entwicklung von neuen (und schon gar nicht originellen) Features geflossen zu sein scheint.

Vom von der FAZ für 2008 prophezeiten „Duell des Jahres“ (Facebook gegen StudiVZ) war nicht viel zu spüren: StudiVZ musste die „gesamte Softwarearchitektur“ umschreiben, was vermuten lässt, dass es ursprünglich schlecht programmiert war. Vor über einem Jahr angekündigte „Schnittstellen für externe Entwickler“ gibt es so weit ich weiß nach wie vor nicht. Und auch die Zahl der neuen Funktionen, die sich über die neue Architektur „viel schneller entwickeln“ lassen sollten, beschränkt sich bisher nur auf den ein halbes Jahr nach Facebook Chat veröffentlichten Plauderkasten.

Vermutlich setzt StudiVZ eher auf die Gründung von Ablegern im europäischen Ausland sowie auf die Eröffnung von separaten Plattformen mit anderen Zielgruppen, aber identischer Funktion. (Welche dann zum Teil wiederum umständlich miteinander verknüpft werden müssen.) Für Sozialnetzwerker, die sich alltäglich auch online austauschen, bleibt somit Facebook das mit Abstand bessere Werkzeug.

3 Gedanken zu „The Right Tool for the Right Job

  1. Hey, Mae.

    Das stimmt mit Sicherheit. Ich kann das nur mit eigener Erfahrung belegen und kann bestätigen, dass sich die bessere Funktionalität auch mit einer Umschichtung der User einhergeht. Viele meiner Kontakte sind mittlerweile ins Facebook umgezogen – teilweise sicherlich auch, weil das amerikanische Original den Sprung in die Internationalität bereits lange vorher geschafft hat.
    Allerdings ist das Plus an Features, Plugins und Add-ons auch nicht immer ein Segen. So komme ich schon gar nicht mehr hinterher, den Urwald meiner (Lil) Green Patches aufzuräumen oder meine Aktionen im Bandenkrieg wie ein ordentlicher online Kleinkrimineller durchzuführen. Fluch oder segen – das ist mir zuviel.
    Wie dem auch sei – durch Facebook zwischen drei europäischen Ländern vermittelt, mache ich mich heute Nachmittag auf die Socken und treffe Italiener, Polen und nach Dänemark ausgewanderte Kollegen in London.
    Auf die zweite stabile Version des Netzes 😉
    P.S. : Schön, dass Du im Schallplattenscheck vorbeischaust. Nach London werde ich bestimmt neues Vinyl zu besprechen haben 😉

  2. Hallo David,

    du bringst es hier wirklich auf den Punkt: schlechte Kopie von gutem Original. Tolle Quellen hast du auch, viele Dinge wusste ich nicht, obwohl ich mir Ähnliches gedacht habe (Stichwort „schlecht programmiert“).

    Und mal wieder sieht man, dass offener Code (oder zumindest offene APIs) zu besseren Produkten führen. Eigentlich kein Wunder, und doch immer wieder faszinierend. Wie ist es eigentlich bei dir, bringst du es übers Herz deine mühsam gecodeten Libs irgendwo zu posten?

    LG,
    Patrick

  3. Hi Patrick,

    danke für Deinen Kommentar! Liebend gern würde ich mich an irgendwelchen Open Source-Projekten beteiligen oder Quellcode bzw. Bibliotheken veröffentlichen. Leider fehlt mir privat die Zeit dazu, mich ernsthaft zu engagieren, ich poste höchstens mal hier und da einen Bug Report. Und beruflich fehlen mir natürlich die Rechte, die Früchte meiner harten Arbeit ins weltweite Netz zu stellen! 🙂

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